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Monika Vos

Monika Vos

Malerin | Deutschland

Die Künstlerin

Monika Vos – „eine Malerin, die das Schreiben malt“ – so interpretiert Prof. Qi Yang die geheimnisvollen Aussagen in den Bildern von Monika Vos.

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Kein Motiv, kein Bildinhalt existiert bei Malbeginn in ihren Vorstellungen. Bewusst beginnt sie beim Nichts, erwartet nichts, sondern gibt sich dem Malprozess hin und schöpft in einem Wechsel aus Emotion und Ratio mit Reflektion auf das Jetzt Neues. „Mythen“, so der Werktitel ihrer Bilder und Installationen, die sich aus dem Schöpfungsakt selbst entwickeln. Sie erzählen von dem was niemals war und immer ist – die Erzählungen der Menschen, woher die Liebe das Leid, die Angst, die Hoffnung, das Leben und der Tod kommt. Vor Beginn des Malaktes verbreitet sie mit Absicht das Chaos auf der Leinwand, um jegliche unbewusste oder unbewusste Vorstellung eines Bildes zu neutralisieren. Im Wechsel arbeitet sie rational und emotional, schafft Einheit, collagiert, verwirft und vernichtet: schöpft. Spuren werden gesichert, nichts geht verloren auf dem Weg vom Chaos – der Wonne der Phantasie – zur Ordnung – dem Vergnügen der Vernunft. Parallel zu den erzählten Mythen, die bewusst mit Worten, die bezwecken, verführen, in Richtungen lenken, benutzt sie gezielt die Bildsprache in Form von verdeckten Symbolen und ihrer Materialsprache. Sie lässt Unbewusstes zu, spielt mit dem Zufall, gestattet Formen, Linien und Spuren die Existenz auf der Bildfläche, bis das Bild seine Eigenständigkeit erreicht hat.

Artist Statement

Zwischensein scheint immer irgendwie, irgendwann und irgendwo:

Zwischen zwei Stühlen, zwischen Gestern und Morgen, zwischen Emotion und Ratio ….. Taucht man jedoch tiefer in die Thematik ein, stellt sich auf der Suche nach dem Zwischensein zunächst die Frage nach dem Sein. Im reinen Sein, dort, wo der Mensch noch ursprünglich ist, wo noch nichts definiert, nichts sprachlich erfasst ist, dort, wo der Mensch noch bei sich ist, bei sich bleibt, dort lebt er in seinem Sein.

Je mehr sich das Sein mit dem Nichts vereint, desto näher ist es bei sich, desto reiner scheint es zu sein, durch nichts beeinflusst: ehrlich, wahrhaftig, ursprünglich, unschuldig. Absichtslos denkend findet der Mensch den Bezug des Seins zu seinem Wesen. Hier scheint noch alles möglich. Doch irgendwann drängt es das Sein, sich und sein Denken zu artikulieren, es in Sprache zu formulieren.

Und hier scheint es anzufangen: Die Reduzierung des Denkens durch die Anwendung der Sprache, die diesem reinen Denken die Flügel stutzt, weil die Sprache nicht alles erfassen kann und das Denken an sich und in seinem Ursprung so viel umfangreicher ist als das, was nun tatsächlich durch Sprache formuliert werden könnte.

Hier anzuhalten und einzudringen, dort, wo die Dinge noch namenlos sind, wo das Ursprüngliche ohne jeglichen Einfluss noch existent sein könnte, dort, wo Gewichtigkeiten noch unwichtig sind und Schwere noch schwerelos ist, hier zu entdecken und aufzufangen, kennenzulernen, es anzunehmen und sich anzufreunden, das ist die spannende Arbeit, die mit diesem Denken spielt.

Die Arbeit, das Sein auf dem Weg in seinem Zwischen zu finden, jene Balance zu entdecken zwischen Sprache und Sprachlosigkeit, zwischen Form und Formlosigkeit, zwischen Erstarrtem und grenzenloser Lebendigkeit, dieser Balance zu einer eigenständigen Existenz zu verhelfen, das spiegeln meine Werke.

Monika Vos

Werke von Monika Vos